Die Journalisten des Jahres: Wolf und Zarinfard

Es ist Faschingsdienstag. Journalisten und Journalistinnen, die schon lange in der Branche sind, kennen diesen Tag. Alle Jahre wieder werden die besten Journalisten des Jahres auf die Bühne gebeten. Dieses Jahr aber nach einem anderen, ganz besonderen Modell.

„Jedes Jahr dasselbe“, hör ich immer wieder bei meinen Gesprächen mit den Kollegen und Kolleginnen. Drei Stunden lang werden Leute auf die Bühne gebeten, sie sagen etwas, es wird applaudiert, die Preise werden verliehen und so vergehen drei Stunden. Irgendwie fad. Vorallem, wenn man zum fünften, sechsten, siebten Mal da ist. Um mit genau diesem Klischee, die Preisverleihung sei eine reine Zeitvergeudung,aufzuräumen, haben sich die Organisatoren dieses Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

JungjournalistInnen von der Fachhochschule für Journalismus, der Katholischen Medienakademie und dem Journalistenkolleg der Österreichischen Medienakademie hatten die Ehre jeweils die drei besten Journalisten eines Ressorts zu interviewen. Nach einem kurzen Gespräch auf der Bühne wurden die Preise übergeben. Die Stimmung wurde dadurch aufgelockert und das Ganze war ein wenig spannender wie sonst. Lustig war es auch. 😉

Ich habe mich für die Sonderpreise entschieden und habe Armin Wolf und Sahel Zarinfard Fragen gestellt.

Eigentlich sind sie ja beide ein recht ungleiches Paar, das den Sonderpreis gewonnen hat. Sie Herr Wolf, Aushängeschild des ORF, Vertreter eines klassischen Mediums und Sie Frau Zarinfard, aufstrebende Journalistin der Generation Web 2.0, die sich durch Einsatz für JungjournalistInnen auf der einen und Investigativjournalismus auf der anderen Seite, bereits einen Namen gemacht hat.

Ismail: War es schon immer Ihr Traum einen alternativen Weg zu gehen und Ihr eigenes Medium zu gründen, oder war das eher eine Trotzreaktion/Notlösung?
-> Es hat sich so ergeben.
Ismail: Sie haben letztes Jahr einen offenen Brief mitverfasst, in dem Sie auf die Lage von Jungjournalisten hingewiesen haben. Hat sich seitdem etwas verändert?
-> Es gab einige Gespräche. Von heute auf morgen wird sich aber nicht viel ändern.
Ismail: Was mich jetzt interessiert ist, wie man von Beginn an gleich so eine Aufdeckergeschichte bringen kann, die so hohe Wellen schlägt, ohne ein etabliertes Medium hinter sich zu haben. Wie ist das denn möglich?
-> Es ist möglich. Mit ihrer Aufdeckergeschichte zur Inseratenaffäre der Gratiszeitungen haben Zarinfard und ihr Team von www.dossier.at bewiesen, dass guter Journalismus Recherche, Zeit, Geld, Unabhängigkeit und gute Journalisten braucht.

Armin Wolf. Ihr Markenzeichen sind Ihre Interviews. Sie stellen nicht nur die richtigen Fragen, sondern bleiben auch dran. Ich habe mir den Kopf darüber zerbrochen welche Frage ich Ihnen stellen kann.
Ismail: Bei wem haben Sie sich 2012 so richtig den Kopf zerbrochen, oder länger als gewöhnlich nachgedacht? Wie gehen Sie so eine Situation dann an? Gab es ein Interview, das vielleicht besonders schwierig zu führen war?
-> Klarerweise zerbricht sich Herr Wolf vor jedem Interview den Kopf und bereitet sich gut vor.
Ismail: Welche Beziehung haben Sie zu ihren Interviewpartnern? Fürchten sich die Interviewpartner vor ihren kritischen Hinterfragen und Nachhacken? Wie sind die Gespräche vor und nach den Interviews?
-> Er hofft zumindest, dass seine Interviewpartner keine Angst vor ihm haben. Warum sollten sie auch?
Ismail: Herr Wolf Sie haben ja auch eine starke Social Media Präsenz. Ihr Twitter Account hat die meisten Follower in Österreich. Worauf haben Sie denn 2012 die meisten negativen Reaktionen erhalten? Haben Sie auch Konsequenzen gezogen?
-> Daran konnte Herr Wolf sich nicht erinnern.

Herr Wolf muss das mal klären: „Wir sind kein Paar.“ Haha…Haha

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