Der Geburtstag Muhammads sas.

Letzte Woche habe ich an einem Beitrag für Religionen der Welt gearbeitet. Um im Vorhinein ein wenig die Haltung zum Feiern des Geburtstag des Propheten zu erfahren, habe ich auf Facebook mal die Frage gestellt: „Wer feiert den Geburtstag des Propheten?“ Es kamen unterschiedlichste Antworten. Die einen meinten: „Ja!“, die anderen: „Nein!“, andere wiederum antworteten mit dem Wort: Bid´a. Das ist eine Art Erneuerung in der Religion, die keine Grundlage hat. Das ist sehr interessant, vor allem deswegen, weil jeder eine bestimmte Vorstellung vom Begriff „feiern“ hat, die der es anderen möglicherweise ganz fremd ist.

Der von mir gestaltete Beitrag zum Geburtstag des Propheten Muhammad im ORF.

Der Geburtstag des Propheten wird so oder so als Anlass genommen, um an ihn zu denken und an seinem Leben. Wenn alle Muslime etwas gemeinsam haben sollten, dann der Glaube an Gott und seinen letzten Propheten Muhammad. So beruht der Glaube der Muslime auf fünf Glaubensgrundsätzen. Der Glaube an den einen Gott, an seine Engel, seine Bücher, seine Gesandten, an den letzten Tag und an das Schicksal. Die Bücher und die Gesandten beinhalten unter anderem den Glauben an die Thora und das Evangelium, aber auch an Moses und Jesus. Der Prophet Muhammad ist darin inkludiert. Er nimmt jedoch eine besondere Stellung ein, weil er der letzte aller Propheten ist und, weil er das letzte aller Bücher offenbart erhielt.
Muslime sind Vielfalt. Sie sind von ihren sozialen Kontexten, ihren Traditionen und Kulturen beeinflusst. Die einen feiern den Geburtstag des Propheten in der ganzen Stadt und schmücken diese, die anderen haben spezielle Süßigkeiten (halawiyat muled el-nabi in Ägypten beispielsweise) und andere wiederum halten das für unzulässig.

Vorbild für die Muslime
Der Prophet Muhammad sas. wird als Vorbild betrachtet, seine Biographie wird studiert und es werden Lehren aus seinem Leben gezogen. SMSe, WhatsApp-Nachrichten und Mails werden mit Überlieferungen seiner Aussagen und Weisheiten täglich versandt. Dabei ist man sich bewusst, dass der Prophet, der beste aller Menschen war, der gekommen ist, um den richtigen Weg vorzuleben. Es gibt unterschiedliche Arten an seine Geschichte und seinem Leben zu erinnern. Lieder, Gesänge, Gedichte, Texte, Bücher ohne Ende. Beispielsweise Until I see you von Ammar

Wer war er?
Der Prophet Muhammad kam 570 nach Christus in Mekka, im heutigen Saudi Arabien auf die Welt. Er wuchs als Waisenkind zuerst bei seinem Großvater, dann bei seinem Onkel auf. Wie andere Propheten war auch Muhammad ein Hirte. Das hat symbolische Bedeutung, denn er brachte seine Herde zusammen und zeigte ihnen den Weg. Später begleitete er seinen Onkel auf Handelsreisen, heiratete eine bedeutende mekkanische Kauffrau und gründete mit ihr eine Familie. Beide waren bekannt für ihre Zuverlässigkeit und Großzügigkeit. Es wird berichtet, dass sich Muhammad regelmäßig in die Berge zurückzog, um über den Sinn des Lebens und über die Menschen nachzudenken. Dort geschah es dann, dass er mit 40 Jahren zum Propheten berufen wurde. Die ersten Worte, die er erhielt waren: „Lies, im Namen deines Herrn.“ Bildung und Wissenserhalt werden im Islam sehr groß geschrieben. Bevor Muhammad Prophet geworden ist, nannten ihn alle Muhammed al-Amin, was vertrauenswürdiger Mensch bedeutet. Der Prophet Muhammad sas. hatte ein sehr hartes Leben, in dem er verfolgt und boykottiert wurde. Wie alle anderen Propheten vor ihm, wurde auch er nicht akzeptiert, weil die Menschen von ihren schlechten Gewohnheiten nicht ablassen wollten. Er veränderte die Gesellschaft, in der er lebte und die Menschen gewaltig. Er setzte sich für die Frauen ein und verbot das Begraben von lebendigen Mädchen, was damals Brauch war. Obwohl er nach vielen Jahren von Mekka vertrieben wurde, hat er auch dann diesen Menschen verziehen, als er später stark und mächtig wurde und nach Mekka zurückkehrte.

Religiöse Bedeutung
Der Prophet wird, laut einer Aussage seiner Frau Aischa als ein wandelnder Koran, beschrieben. Im Koran steht über ihn: „Barmherzigkeit für die Menschheit“. Muslime betrachten den Koran, als das Wort Gottes und den Muhammad als seinen Propheten. Prophet Muhammad sas. hat eine theologische Rolle, die relativ außer Frage steht, als eine praktische Umsetzung des Koran. Koran und Sunna (Lebensweise des Propheten, wie sie überliefert ist), sind die beiden theologischen Quellen, die einander unterstützen und ergänzen. Da seine Handlungen auch religiöse Bedeutung hatten, haben die Menschen, die dieser Religion gefolgt sind das sehr ernst genommen, was der Prophet gesagt und getan hat. Es hat sich dann die Hadithwissenschaft entwickelt, die Kriterien festschrieb, um die Überlieferungen einzustufen. Da wurden die Menschen (´ilm ul-ridschal) genau betrachtet. Man hat auch angefangen die Aussagen sprachlich zu analysieren, da es irgendwann politische Interessen gab. So versuchten Menschen die Religion zu missbrauchen und dem Propheten Worte in den Mund zu schieben.

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