Die Hoffnung ist dahin

Hamza Namira, ein gesellschaftskritischer ägyptischer Sänger, hat ein neues Lied auf den Markt gebracht. Er drückt die Wut, die Trauer und das Leid vieler Ägypter aus. Vor allem aber auch spricht er die Zerspaltung des ägyptischen Volkes an und ihre Hoffnungslosigkeit.
„Ich will nie wieder nach Ägypten“, teilte mir eine Freundin, nach ihrem letzten Aufenthalt in Kairo, mit. Die Menschen seien frustriert wie noch nie zuvor. Die Hoffnung sei dahin. Genau diese Gefühle versucht Namira in seinem neuen Song: „Und was soll ich dir nur sagen?“ musikalisch auszudrücken.

„Und was soll ich dir nur sagen. Der Weg des Hasses, wohin führt er uns? Und warum sind unsere Herzen verhärtet? Und wohin führt uns dieser Weg? Unsere Hoffnung ist dahin. Jeder von uns hat bereits verloren und ist verletzt. Mich schmerzt das Gefühl, dass du mir Unrecht tun konntest. Wie kannst du mein lächelndes Gesicht mit einem Schuss begegnen? Wie konntest du für einen Märtyrer in jeder Familie verantwortlich sein?… Und was dann? Wohin führt uns dieser Weg? Wie fürchte ich mich vor einem Morgen und wann wachen wir endlich auf. Und was soll ich dir nur sagen?“

Bald sind drei Jahre seit dem 25.Jänner 2011 vergangen. Als ein Teil der Ägypter Hand in Hand auf die Straße ging, um Mubarak zu stürzen. Heute, drei Jahre später, hat sich vieles getan. Nur nicht das, wofür die Ägypter auf den Tahrir Platz gingen und aufgestanden waren. Sie wollten Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Brot. Keines dieser Anforderungen konnte erfüllt werden. Stattdessen tausende Tote, Verarmung, Hoffnungslosigkeit und vor allem Zerspaltung.
Ich bin dennoch überzeugt, dass Ägypten seinen Weg finden wird und diese Träume eines Tages erfüllen wird. Wann, das bleibt offen.

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