Muslim Fashion im Ramadan

Erst erklärt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) das französische Gesetz gegen eine Vollverschleierung in der Öffentlichkeit für zulässig, dann fordert die FPÖ ein Burkaverbot hierzulande. Begründet werde dies damit, dass Frauen in „weiten, konservativen Kreisen der islamischen Zuwanderungsgesellschaft“ als Mensch zweiter Klasse betrachtet werden, so Frauensprecherin Carmen Gartelgruber. Die Freiheitlichen argumentieren, dass ein Verbot kein Widerspruch zur Religionsfreiheit bedeute. Efgani Dönmez, grüner Bundesrat, erhöht die Latte wieder einmal und will Frauen mit Burka die Sozialleistungen absprechen. Davon distanziert sich Grünen-Chefin Glawischnig und macht klar, Verbote seien keine Lösung des Problems. Die Frage welches Problem bleibt offen. Die Burkadebatte nervt, weil sie keine ist.

DKNY´s Ramadan Kollektion

Gleichzeitig kommt Donna Karan New York mit einer neuen Ramadan-Summer Collection 2014 und zeigt: „Muslim Fashion“ ist viel mehr. „Muslim dress means more than the burqa” titelt The Independent. Die Mehrheit der muslimischen Frauen in Österreich bedecken ihr Gesicht nicht. Es ist eine Minderheit, die ebenso respektiert werden muss. Die Mehrheit der muslimischen Frauen in Österreich ist modebewusst und stilvoll. MuslimInnen sind vielfältig und zeigen die Diversität einer Community.

Die neue Kollektion

Die neue Kollektion

Islamische Mode für stilbewusste Frauen im Ramadan

Die Kollektion von Donna Karan kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: Es ist Ramadan. Eine Zeit, in der MuslimInnen reflektieren und sich spirituell aufladen. Sie fasten, halten sich von schlechten Gewohnheiten fern und bemühen sich an ihrem Charakter zu arbeiten. Dennoch ist Ramadan eine freudige Zeit, in der gefeiert wird.

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Yüksel Yilmaz: “Im Kampf David gegen Goliath werde ich nicht aufgeben”

In Teil 1 des Interviews für M-Media mit Yüksel Yilmaz erzählt der ehemalige Zugbegleiter der ÖBB von den diskriminiereden Umständen und Vorfällen, die zu seiner fristlosen Kündigung geführt haben. Seit mittlerweile einem Jahr fechtet er nun diese Ungerechtigkeit an, am 4. Juli findet die nächste öffentliche Verhandlung im Fall David gegen Goliath statt. Ein Interview von Nermin Ismail. Teil 2:

Yüksel Yilmaz: „ÖBB entließ mich fristlos nach Rassismuskritik”

26.06.2014 | 12:53 | Nermin Ismail

Auszug KURIER 15.08.2013

Auszug KURIER 15.08.2013

Yüksel Yilmaz war sechs Jahre lang als Zugbegleiter bei der ÖBB angestellt. Diesen Job verrichtete er mit Liebe und Leidenschaft, auch wenn die kollegialen Umstände nicht die angenehmsten waren. Diskriminierung durch Mitarbeiter war trauriger Alltag. Als sich Yilmaz dagegen wehrte, gab es nur eine Reaktion: fristlose Kündigung. Diese Ungerechtigkeit fechtet er nun seit einem Jahr an. Dieses Gespräch wurde auf M-Media veröffentlicht. Ein Interview von Nermin Ismail, Teil 1:

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Erdogan bei „uns“

Da ist endlich mal etwas los in meinem 22. Bezirk und ich bin nicht da. Wie ärgerlich. Als ich im Mai in Köln war, war ein großer Aufstand zu spüren. „Erdogan kommt nach Deutschland.“ Das hat man einfach mitbekommen. Dennoch schien mir die Aufregung etwas entspannter zu sein, als hier in Österreich. Der türkische Premierminister, über den seit geraumer Zeit immer wieder in den heimischen Medien berichtet wird, kommt nach Österreich. Der Mann, der friedliche Demonstrationen brutal niedergeschlagen haben soll, der ‚socialmedia‘ wie Facebook und Twitter sperre und als der ‚böse Türke‘ gemeinhin herhält. Nun abgesehen von der türkischen Innenpolitik und der Berichterstattung darüber, möchte ich etwas ganz anderes in den Fokus stellen.

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Mitschwimmen um jeden Preis

„Wenn du nicht kommst, haben alle umsonst trainiert“, sagt die junge Lehrerin ihrer Schülerin. Sie will sie ja nicht überreden, sondern ihr nur klarmachen: „Es ist doch ganz egal ob du in dem Ding oder im Badeanzug schwimmst.“ Das muss die Schülerin verstehen und sie soll sich gefälligst anpassen, nicht so stur sein. Ilayda Demirel will im Burkini (Gankörperbadeanzug) schwimmen. „Ich mache das nicht. Ich schwimme nicht im Badeanzug vor all den Leuten und all den Kameras“, sagt sie überzeugt.

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„Nach den Sternen greifen“

Lehrende und Technikerin Dilek Yücel als Vorbild für muslimische Frauen in der Arbeitswelt*

Dilek Yücel (rechts) und ihre Mentorin Brigitte Ratzer. - © Asma Aiad

Dilek Yücel (rechts) und ihre Mentorin Brigitte Ratzer. © Asma Aiad

Wien. Dilek Yücel hat es als türkischstämmige IT-Spezialistin geschafft, in einer männerdominierten Arbeitswelt erfolgreich Fuß zu fassen. Sie studierte medizinische Informatik an der Technischen Universität Wien und kam über das Projekt „Teach for Austria“ zum Unterrichten in eine Mittelschule. Die Lehrerin ist technikbegeistert und hat im Rahmen des Mentoring-Projekts der Muslimischen Jugend Österreich ihre Passion für die Technik wiederentdeckt. Sie referiert an Hochschulen zum Thema „Transkulturalität und Diversity“ und doziert am privaten Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien. Ihr Motto: „Gemeinsam für eine bessere Zukunft!“

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„Super bist!“ – Frauenlauf 2014

Ich steige in die U-Bahn ein. Eine, nein zwei Frauen blicken mich an und lächeln mich an. Auch sie haben das gelbe, grau gepunktete T-Shirt an. Na klar, alles stellt sich auf den Frauenlauf ein. Die U2 fährt nur bis Stadion und die Frauen Groß und Klein, fühlen sich verbunden. „Wir sind dabei!“ Sie alle werden in wenigen Minuten gemeinsam laufen. Sie alle werden einen gemeinsamen Weg haben und sie alle werden in die Zielgerade gehen. Dabei sind es nicht nur Frauen, die anwesend sind, sondern auch jede Menge Männer. Väter, Söhne, Brüder, Freunde, Lehrer, Kollegen. Sie alle sind gekommen, um die Frauen anzufeuern. Um ihnen zu sagen: „Ihr schafft es! Bleibt ja nicht stehen!“ Ein Lehrer der HTL ist auch da und hält ein Plakat mit folgender Aufschrift hoch: Weiter, meine Technikerinnen!

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„Die Einheit der Verschiedenen“ – Ein Statement

Für die einen ist es gelebte Realität für die anderen der pure Alptraum. Diskussionen rund um die Frage: „Gehört der Islam zu Österreich/Deutschland?“ erregen die Gemüter. Muslime werden meist fremdverortet und als temporäre Gäste geduldet. Sie werden gerne als Sündenbock oder Sozialschmarotzer abgestempelt. Dabei sind Menschen mit Migrationshintergrund eine tragende Säule der nationalen Wirtschaft und ein nicht unbedeutender Teil der Gesellschaft. Selten kam ein Zuspruch von der Politik, eine Anerkennung. Nicht nur in Deutschland machte Thilo Sarrazin Schlagzeilen mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, sondern europaweit. Ab und zu gibt es doch ein Signum der Wertschätzung. Nämlich dann, wenn Politiker erkennen, dass auch in Muslimen eine potentielle Wählerschaft steckt. Aber auch dann, wenn ein Staatsoberhaupt ein Ausdruck der Achtung für unerlässlich erklärt und sich Zeit für eine von vielen Communities nimmt.

(c) Fritz Radinger

Selfie mit einer muslimischen Studentin

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Diskussionsabend: Rassismus ist Alltag in Österreich

Nermin Ismail

(c) ZZI

Ein Diskussionsabend. Viele Menschen sind gekommen, um über Rassismus zu sprechen.

Rassismus ist keine Randerscheinung, sondern Alltag in Österreich.

Es war eine sehr spannende, bereichernde Veranstaltung, bei der sich die Menschen

näher gekommen sind und über Erfahrungen und Erlebnisse mit Rassismus gesprochen haben.

Es war mir eine Freude die Diskussion zu moderieren und einen Vorwort an das Publikum zu richten.

Rassismus in all seinen Formen muss angesprochen werden.

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Demokratie in der Islamstunde

Von Nermin Ismail

  • Politische Bildung wird auch im islamischen Religionsunterricht immer wichtiger.

(c) Asma Aiad

Wien. Freitagnachmittag. Hochschullehrgang für Islamische Religion an Pflichtschulen. Zwölf Studierende sitzen im Hörsaal Eins. Brainstorming zum Thema Demokratie ist angesagt. Die Gedanken sprudeln nur so aus den angehenden Religionslehrern. „Wahlen, Gerechtigkeit, Toleranz, Respekt, Religionsfreiheit, Österreich, Gleichheit, Pluralismus, Meinungsfreiheit, Presse, Islam“ und viele andere Begriffe werden an die Tafel geschrieben. „Was stellst Du Dir darunter vor? Was hat das mit Politischer Bildung zu tun?“

Der Dozent bespricht mit den Studierenden die einzelnen Begriffe. Danach diskutiert die Hochschulklasse lebhaft Fragen rund um Partizipation und Emanzipation. Welche Möglichkeiten der Mitgestaltung stehen mir als Bürger zu? Welche Rolle habe ich in der Gesellschaft? Fragen, mit denen sich angehende Lehrer beschäftigen müssen – und die sie selbst eines Tages mit ihren Schülern diskutieren werden. Continue reading

في أمل

في أمل إيه في أمل

Is there hope – Yes there is hope

Gibt es Hoffnung – Ja es gibt Hoffnung

http://fairouzandi.blogspot.co.at/2013_05_01_archive.html

Fayruz. Sie ist die populärste Sängerin des Libanons und eine der bekanntesten im mittleren Osten. Während des libanesischen Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 verließ sie den Libanon nicht. Sie blieb in ihrer Heimat, fürchtete sich nicht. Fayruz festigte damit ihren guten Ruf in der arabischen Welt.

Inspiriert. Täglich sterben Menschen vor Hunger. Täglich versuchen Menschen vor ihrem Leben zu flüchten, in eine bessere Welt. Täglich erkranken Menschen. Täglich trauern Menschen. Heute haben wir alle möglichen technischen Möglichkeiten, Bilder aus aller Welt zu empfangen. Eine Auswahl dieser Menschen zu sehen, zu hören, mit ihnen mitzuempfinden. Das löst in mir Trauer aus. Ein Gefühl der Ohnmacht. Continue reading