Rassismus – stiller Gesellschaftskiller

Eine Gastveranstaltung im Kepler Salon

Begrüßungsrede: Prof. Dr. Josef Weidenholzer (Abgeordneter zum EU Parlament) Asmir Cosic (Präsidiumsmitglied des ZZI)

Vorträge: Moussa Al-Hassan Diaw, M.A., Dipl.-Päd. (Repräsentant der Foundation for Ethnic Understanding und EUISA Netzwerks) Themen: Fundamentalismus und Orientalismus

Baruch Wolski (antirassistischer Aktivist und ehem. Geschäftsführer vom Kulturverein Kanafani) Themen: Antisemitismus und Islamophobie

Simon Inou (Journalist und M-Media-Geschäftsführer) Themen: Rassismus in österreichischen Schulen und Türkenbelagerung vs. Osmanenbelagerung

Moderatorin: Nermin Ismail, B.A. (freie Journalistin)

Eintritt frei!

Eine Veranstaltung vom Zentrum der zeitgemäßen initiativen – ZZI in Kooperation mit Volkshilfe, Kepler Salon, Dorf TV, M-Media, KOSMO, EUISA, ÖSSU, NUR Linz, Gesellschaft der bosnischen Schriftsteller in und Pakt für Vielfalt
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„Die ausländische Dame“

…damit bin ich gemeint. Ja, ja, wer denn sonst. Und mit der ausländischen Dame kann man ja nicht sprechen. Die spricht ja höchstwahrscheinlich auch nur ausländisch. Deswegen spricht man einfach mit irgendwem anderen über die ausländische Dame.

Montagmorgen. Ich sitze im Zug. Es ist ziemlich warm. Verspätete Passagiere laufen hin und her und suchen nach einem freien Platz. Im ÖBB-Railjet nimmt sich jeder gerne zwei Plätze. Ist doch klar: die Tasche muss ja auch sitzen. Nicht da wo sie hingehört, sondern so nah wie möglich am Besitzer. Der beste Sitznachbar eben. Still und unkompliziert. So lege auch ich meine Tasche neben mir hin, eher unbewusst als bewusst mit der Intention, den Anschein zu erwecken, hier wäre schon besetzt.
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Zeit für die Islamstunde

Von Nermin Ismail

Wien. Jahrelang haben die Lehrer für den islamischen Religionsunterricht in Österreich mit unprofessionellen Materialien gearbeitet. Amena Shakir wollte das ändern. Die Germanistin und Religionspädagogin war von der Notwendigkeit kompetenzorientierter und zeitgemäßer Religionsbücher überzeugt und initiierte das Schulbuchprojekt „Islamstunde“. Seit diesem Jahr werden die Bücher in Österreichs Volksschulen verwendet. Mit der „Wiener Zeitung“ sprach Shakir über Diversität, Heimatgefühl und den Generalverdacht, unter dem Religionsbücher stehen.
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Kann jeder Deutsch-Sein?

Betül Ulusoy schreibt über die traurige Geschichte eines Freundes aus Cottbus in Deutschland und die Reaktion des Bundespräsidenten auf seine Geschichte. Ein Text über das Empfinden einer deutschen Aktivistin, über Alltagsrassismus, Islamophobie und Lichtblicke.
Betül Ulusoy mit Joachim Gauck
Betül Ulusoy mit Joachim Gauck

Am Montag war ich zu einer ganz wundervollen Freundin zum Fastenbrechen eingeladen – bis heute ist nämlich noch die Fastenzeit der Bahai – und wir hatten einen ganz wunderbaren, herzlichen und lustigen interreligiösen Abend mit vielen Gesprächen sprichwörtlich über Gott und die Welt. Es wurde spät und nach einem Abschieds-Selfie (natürlich!) wurde es dann leider doch sehr ernst und traurig, als ein Freund – es gibt selten so herzensgute Menschen auf dieser Welt – davon erzählte, was ihm vor einiger Zeit in Cottbus widerfahren ist. Continue reading

Was wäre, wenn…

… es keine Ausländer gäbe. In der Schweiz stellt sich ein Projekt diese Frage.
In der Initiative „ohne dich“ protestieren viele Schweizer gegen das Ergebnis des Einwanderungs-Referendum


Wien. Vor knapp drei Wochen stimmten die Schweizer für eine Einwanderungsquote. Mit ihrer Initiative „ohne dich“ haben die drei Männer Bernhard Stoller, Ralph Moser und und Silvan Groher darauf reagiert. Auf der gleichnamigen Homepage können Schweizer mit Foto bekunden, wie miserabel, einsam und trist ihr Leben ohne den Ausländer ihrer Wahl aussehen würde. Die Resonanz ist groß. Binnen weniger Stunden haben sich 300 Paare zu ihrem „Ausländer“ online geoutet. Die „Wiener Zeitung“ sprach mit den drei Initiatoren. Continue reading

Blutspendedebatte: Sensibilität fehlt

(C) http://www.muslimespendenblut.de/aktionen.phpLeserkommentar | Ismail Nermin
13. Februar 2014, 17:13

Muslime gehören keiner homogenen Gruppe an. Das macht die Diskussion um ein Verbot für Blutspenden absurd

Die Muslime. Das sind immer Türken. Sprechen nicht wirklich gut Deutsch. Sind in Südosteuropa zu verorten und aja, auf ihre Gesundheit achten sie meist kaum. Es sind immer dieselben Bilder, die bei vielen auftauchen, wenn sie Islam oder Muslime hören. Sie werden unterschwellig betoniert, verschärft und bekräftigt. Bei Musliminnen ist es oft schlimmer. Continue reading

Aus freiem Willen spenden und nicht aus Gruppendruck

Die ungekürzte Version meines Artikels in der Wiener Zeitung zum Missverständnis bei der Blutspendeaktion, bei der Linzer Muslime abgelehnt wurden.

Wien. Verwirrung, Empörung und Enttäuschung kamen bei den muslimischen Bürgern in Österreich auf, als eine Blutspendeaktion der Islamischen Religionsgemeinde am Dienstag vom Roten Kreuz in Linz bei einem Telefonat abgelehnt wurde. Die Ablehnung wurde im Nachhinein damit begründet, dass die medizinischen Leiter des Roten Kreuzes ein erhöhtes Vorkommen von Hepatitis-B-Antikörpern bei Menschen aus Südosteuropa verorten. Continue reading

Die Hoffnung ist dahin

Hamza Namira, ein gesellschaftskritischer ägyptischer Sänger, hat ein neues Lied auf den Markt gebracht. Er drückt die Wut, die Trauer und das Leid vieler Ägypter aus. Vor allem aber auch spricht er die Zerspaltung des ägyptischen Volkes an und ihre Hoffnungslosigkeit.
„Ich will nie wieder nach Ägypten“, teilte mir eine Freundin, nach ihrem letzten Aufenthalt in Kairo, mit. Die Menschen seien frustriert wie noch nie zuvor. Die Hoffnung sei dahin. Genau diese Gefühle versucht Namira in seinem neuen Song: „Und was soll ich dir nur sagen?“ musikalisch auszudrücken. Continue reading

Der Geburtstag Muhammads sas.

Letzte Woche habe ich an einem Beitrag für Religionen der Welt gearbeitet. Um im Vorhinein ein wenig die Haltung zum Feiern des Geburtstag des Propheten zu erfahren, habe ich auf Facebook mal die Frage gestellt: „Wer feiert den Geburtstag des Propheten?“ Es kamen unterschiedlichste Antworten. Die einen meinten: „Ja!“, die anderen: „Nein!“, andere wiederum antworteten mit dem Wort: Bid´a. Das ist eine Art Erneuerung in der Religion, die keine Grundlage hat. Das ist sehr interessant, vor allem deswegen, weil jeder eine bestimmte Vorstellung vom Begriff „feiern“ hat, die der es anderen möglicherweise ganz fremd ist.

Der von mir gestaltete Beitrag zum Geburtstag des Propheten Muhammad im ORF.

Der Geburtstag des Propheten wird so oder so als Anlass genommen, um an ihn zu denken und an seinem Leben. Weiterlesen …

Elternabend

Lehrer: „Naja schauen sie. Er ist eh gescheit. Und wie ich sehe, sprechen sie ja auch so gut Deutsch. Es kann also nicht an der Sprache liegen. Er versteht ja Deutsch. Er ist kein Dummer. Gell Karim, du verstehst eh alles, oder?“

Schüler: „Naja manchmal sind sie sehr schnell und da komme ich nicht mit.“

Lehrer: „Na aber deine Schwester spricht doch auch sehr gut Deutsch. Welche Sprache sprecht ihr denn daheim?“

Ältere Schwester: „Ich will nur kurz klarstellen, es geht nicht um die Sprache. Es geht darum, dass Sie ihm einfach zu schnell sind und, dass er oft nicht mitkommt.“

Lehrerin: „Verstehe. Aber sie sprechen ja Deutsch zu Hause, oder?“