Vergangener Sonntag in Paris…

Die Attentate von Paris haben mich vor allem als Mensch und als Journalistin erschüttert. Nachdem ich von der Reise der Muslimischen Jugend gehört habe und mich spontan entschlossen habe mitzufahren, um diese geschichtsträchtigen Momente in Paris festzuhalten, gestaltete ich diesen Beitrag für den ORF.

Eine sehr berührende Erfahrung. Eine sehr besondere Geschichte.

 

„Die ausländische Dame“

…damit bin ich gemeint. Ja, ja, wer denn sonst. Und mit der ausländischen Dame kann man ja nicht sprechen. Die spricht ja höchstwahrscheinlich auch nur ausländisch. Deswegen spricht man einfach mit irgendwem anderen über die ausländische Dame.

Montagmorgen. Ich sitze im Zug. Es ist ziemlich warm. Verspätete Passagiere laufen hin und her und suchen nach einem freien Platz. Im ÖBB-Railjet nimmt sich jeder gerne zwei Plätze. Ist doch klar: die Tasche muss ja auch sitzen. Nicht da wo sie hingehört, sondern so nah wie möglich am Besitzer. Der beste Sitznachbar eben. Still und unkompliziert. So lege auch ich meine Tasche neben mir hin, eher unbewusst als bewusst mit der Intention, den Anschein zu erwecken, hier wäre schon besetzt.
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Pass­kon­trolle in Ams­ter­dam: Ihr Gesicht ohne Tuch, bitte!

Auf mei­ner Reise nach Ame­rika

Sor­gen- habe ich mir eigent­lich keine gemacht. Was soll schon pas­sie­ren? Ich könnte ver­däch­tigt wer­den? Mir könn­ten komi­sche Fra­gen gestellt wer­den? Viel­leicht wol­len Sie wis­sen ob ich Ver­bin­dun­gen zu ter­ro­ris­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen habe, oder ob ich schon mal in Afgha­nis­tan oder Pakis­tan war. Aber so wie ich bin, gehe ich immer vom Guten aus. Alles wird gut lau­fen. Warum soll ich mir im Vor­hin­ein Sor­gen machen? Mich fer­tig machen? Alle worst-case sce­na­rios im Kopf durch­spiele las­sen. Wozu bitte? Ich mache mich zwar auf alles gefasst, bin aber mit einer posi­ti­ven Ein­stel­lung von zu Hause los­ge­gan­gen.

Aber wenn schon was geschieht, dann in Ame­rika, nicht in Wien, nicht in Ams­ter­dam. Doch irgend­wie kam es anders.
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Ägypten, Ein Jahr nach Mubarak – Die unvollendete Revolution

(c) Jasmin Ismail

Der Tag an dem Mubarak gegangen ist jährt sich also erstmals. Aber spätestens nach den Ereignissen in Port Said ist nichts mehr wie bisher. Das Vertrauen ins Militär ist geschwunden. Der Tahrir Platz, einst Symbol für Widerstand und Hoffnung, hat seinen Glanz verloren. Er ist leer, beängstigend, enttäuschend. Nermin Ismail berichtet aus Kairo.

Kairo, 10. Februar – Es ist Freitagmittag- der Ruf zum wöchentlichen Gebet ertönt aus den Lautsprechern einer jeden Moschee. Auch in der Moschee, nebenan wird erhofft eine große Menge an Menschen zu erreichen, um ihnen vom geplanten Generalstreik abzuraten. Auch Al-Azhar die anerkannte religiöse Instanz des Landes ist dagegen. Die wirtschaftliche Lage sei im Moment katastrophal.
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