„Super bist!“ – Frauenlauf 2014

Ich steige in die U-Bahn ein. Eine, nein zwei Frauen blicken mich an und lächeln mich an. Auch sie haben das gelbe, grau gepunktete T-Shirt an. Na klar, alles stellt sich auf den Frauenlauf ein. Die U2 fährt nur bis Stadion und die Frauen Groß und Klein, fühlen sich verbunden. „Wir sind dabei!“ Sie alle werden in wenigen Minuten gemeinsam laufen. Sie alle werden einen gemeinsamen Weg haben und sie alle werden in die Zielgerade gehen. Dabei sind es nicht nur Frauen, die anwesend sind, sondern auch jede Menge Männer. Väter, Söhne, Brüder, Freunde, Lehrer, Kollegen. Sie alle sind gekommen, um die Frauen anzufeuern. Um ihnen zu sagen: „Ihr schafft es! Bleibt ja nicht stehen!“ Ein Lehrer der HTL ist auch da und hält ein Plakat mit folgender Aufschrift hoch: Weiter, meine Technikerinnen!

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„Die Einheit der Verschiedenen“ – Ein Statement

Für die einen ist es gelebte Realität für die anderen der pure Alptraum. Diskussionen rund um die Frage: „Gehört der Islam zu Österreich/Deutschland?“ erregen die Gemüter. Muslime werden meist fremdverortet und als temporäre Gäste geduldet. Sie werden gerne als Sündenbock oder Sozialschmarotzer abgestempelt. Dabei sind Menschen mit Migrationshintergrund eine tragende Säule der nationalen Wirtschaft und ein nicht unbedeutender Teil der Gesellschaft. Selten kam ein Zuspruch von der Politik, eine Anerkennung. Nicht nur in Deutschland machte Thilo Sarrazin Schlagzeilen mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, sondern europaweit. Ab und zu gibt es doch ein Signum der Wertschätzung. Nämlich dann, wenn Politiker erkennen, dass auch in Muslimen eine potentielle Wählerschaft steckt. Aber auch dann, wenn ein Staatsoberhaupt ein Ausdruck der Achtung für unerlässlich erklärt und sich Zeit für eine von vielen Communities nimmt.

(c) Fritz Radinger

Selfie mit einer muslimischen Studentin

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Diskussionsabend: Rassismus ist Alltag in Österreich

Nermin Ismail

(c) ZZI

Ein Diskussionsabend. Viele Menschen sind gekommen, um über Rassismus zu sprechen.

Rassismus ist keine Randerscheinung, sondern Alltag in Österreich.

Es war eine sehr spannende, bereichernde Veranstaltung, bei der sich die Menschen

näher gekommen sind und über Erfahrungen und Erlebnisse mit Rassismus gesprochen haben.

Es war mir eine Freude die Diskussion zu moderieren und einen Vorwort an das Publikum zu richten.

Rassismus in all seinen Formen muss angesprochen werden.

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Demokratie in der Islamstunde

Von Nermin Ismail

  • Politische Bildung wird auch im islamischen Religionsunterricht immer wichtiger.

(c) Asma Aiad

Wien. Freitagnachmittag. Hochschullehrgang für Islamische Religion an Pflichtschulen. Zwölf Studierende sitzen im Hörsaal Eins. Brainstorming zum Thema Demokratie ist angesagt. Die Gedanken sprudeln nur so aus den angehenden Religionslehrern. „Wahlen, Gerechtigkeit, Toleranz, Respekt, Religionsfreiheit, Österreich, Gleichheit, Pluralismus, Meinungsfreiheit, Presse, Islam“ und viele andere Begriffe werden an die Tafel geschrieben. „Was stellst Du Dir darunter vor? Was hat das mit Politischer Bildung zu tun?“

Der Dozent bespricht mit den Studierenden die einzelnen Begriffe. Danach diskutiert die Hochschulklasse lebhaft Fragen rund um Partizipation und Emanzipation. Welche Möglichkeiten der Mitgestaltung stehen mir als Bürger zu? Welche Rolle habe ich in der Gesellschaft? Fragen, mit denen sich angehende Lehrer beschäftigen müssen – und die sie selbst eines Tages mit ihren Schülern diskutieren werden. Weiterlesen

في أمل

في أمل إيه في أمل

Is there hope – Yes there is hope

Gibt es Hoffnung – Ja es gibt Hoffnung

http://fairouzandi.blogspot.co.at/2013_05_01_archive.html

Fayruz. Sie ist die populärste Sängerin des Libanons und eine der bekanntesten im mittleren Osten. Während des libanesischen Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 verließ sie den Libanon nicht. Sie blieb in ihrer Heimat, fürchtete sich nicht. Fayruz festigte damit ihren guten Ruf in der arabischen Welt.

Inspiriert. Täglich sterben Menschen vor Hunger. Täglich versuchen Menschen vor ihrem Leben zu flüchten, in eine bessere Welt. Täglich erkranken Menschen. Täglich trauern Menschen. Heute haben wir alle möglichen technischen Möglichkeiten, Bilder aus aller Welt zu empfangen. Eine Auswahl dieser Menschen zu sehen, zu hören, mit ihnen mitzuempfinden. Das löst in mir Trauer aus. Ein Gefühl der Ohnmacht. Weiterlesen

Rassismus – stiller Gesellschaftskiller

Eine Gastveranstaltung im Kepler Salon

Begrüßungsrede: Prof. Dr. Josef Weidenholzer (Abgeordneter zum EU Parlament) Asmir Cosic (Präsidiumsmitglied des ZZI)

Vorträge: Moussa Al-Hassan Diaw, M.A., Dipl.-Päd. (Repräsentant der Foundation for Ethnic Understanding und EUISA Netzwerks) Themen: Fundamentalismus und Orientalismus

Baruch Wolski (antirassistischer Aktivist und ehem. Geschäftsführer vom Kulturverein Kanafani) Themen: Antisemitismus und Islamophobie

Simon Inou (Journalist und M-Media-Geschäftsführer) Themen: Rassismus in österreichischen Schulen und Türkenbelagerung vs. Osmanenbelagerung

Moderatorin: Nermin Ismail, B.A. (freie Journalistin)

Eintritt frei!

Eine Veranstaltung vom Zentrum der zeitgemäßen initiativen – ZZI in Kooperation mit Volkshilfe, Kepler Salon, Dorf TV, M-Media, KOSMO, EUISA, ÖSSU, NUR Linz, Gesellschaft der bosnischen Schriftsteller in und Pakt für Vielfalt
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„Die ausländische Dame“

…damit bin ich gemeint. Ja, ja, wer denn sonst. Und mit der ausländischen Dame kann man ja nicht sprechen. Die spricht ja höchstwahrscheinlich auch nur ausländisch. Deswegen spricht man einfach mit irgendwem anderen über die ausländische Dame.

Montagmorgen. Ich sitze im Zug. Es ist ziemlich warm. Verspätete Passagiere laufen hin und her und suchen nach einem freien Platz. Im ÖBB-Railjet nimmt sich jeder gerne zwei Plätze. Ist doch klar: die Tasche muss ja auch sitzen. Nicht da wo sie hingehört, sondern so nah wie möglich am Besitzer. Der beste Sitznachbar eben. Still und unkompliziert. So lege auch ich meine Tasche neben mir hin, eher unbewusst als bewusst mit der Intention, den Anschein zu erwecken, hier wäre schon besetzt.
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Zeit für die Islamstunde

Von Nermin Ismail

Wien. Jahrelang haben die Lehrer für den islamischen Religionsunterricht in Österreich mit unprofessionellen Materialien gearbeitet. Amena Shakir wollte das ändern. Die Germanistin und Religionspädagogin war von der Notwendigkeit kompetenzorientierter und zeitgemäßer Religionsbücher überzeugt und initiierte das Schulbuchprojekt „Islamstunde“. Seit diesem Jahr werden die Bücher in Österreichs Volksschulen verwendet. Mit der „Wiener Zeitung“ sprach Shakir über Diversität, Heimatgefühl und den Generalverdacht, unter dem Religionsbücher stehen.
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Kann jeder Deutsch-Sein?

Betül Ulusoy schreibt über die traurige Geschichte eines Freundes aus Cottbus in Deutschland und die Reaktion des Bundespräsidenten auf seine Geschichte. Ein Text über das Empfinden einer deutschen Aktivistin, über Alltagsrassismus, Islamophobie und Lichtblicke.
Betül Ulusoy mit Joachim Gauck
Betül Ulusoy mit Joachim Gauck

Am Montag war ich zu einer ganz wundervollen Freundin zum Fastenbrechen eingeladen – bis heute ist nämlich noch die Fastenzeit der Bahai – und wir hatten einen ganz wunderbaren, herzlichen und lustigen interreligiösen Abend mit vielen Gesprächen sprichwörtlich über Gott und die Welt. Es wurde spät und nach einem Abschieds-Selfie (natürlich!) wurde es dann leider doch sehr ernst und traurig, als ein Freund – es gibt selten so herzensgute Menschen auf dieser Welt – davon erzählte, was ihm vor einiger Zeit in Cottbus widerfahren ist. Weiterlesen

Was wäre, wenn…

… es keine Ausländer gäbe. In der Schweiz stellt sich ein Projekt diese Frage.
In der Initiative „ohne dich“ protestieren viele Schweizer gegen das Ergebnis des Einwanderungs-Referendum


Wien. Vor knapp drei Wochen stimmten die Schweizer für eine Einwanderungsquote. Mit ihrer Initiative „ohne dich“ haben die drei Männer Bernhard Stoller, Ralph Moser und und Silvan Groher darauf reagiert. Auf der gleichnamigen Homepage können Schweizer mit Foto bekunden, wie miserabel, einsam und trist ihr Leben ohne den Ausländer ihrer Wahl aussehen würde. Die Resonanz ist groß. Binnen weniger Stunden haben sich 300 Paare zu ihrem „Ausländer“ online geoutet. Die „Wiener Zeitung“ sprach mit den drei Initiatoren. Weiterlesen