Nationalratswahlen 2013

Das Ergebnis war wenig überraschend, denn der Schaden war schon längst angerichtet. SPÖ u ÖVP haben seit dem EU Beitritt verabsäumt, zu erklären, warum eine EU-Mitgliedschaft Sinn macht und notwendig ist, und wie Ö eigentlich davon profitiert hat. Ohne eine emotionale Anbindung wird es schwer gefühlten Wahrheiten wie „in –Schilling-Zeiten war alles billig“ rationale Argumente entgegenzuwirken, und damit auch bei den Leuten anzukommen. Wie in vielen Bereichen – Integration z.B. wurde das Feld kampflos den Rechtspopulisten überlassen. Weiterlesen …

Demonstration in Wien: „Nein, nein, Morsi ist nicht allein“

Nermin Ismail, 8. Juli 2013, 22:13 Über 300 Menschen versammelten sich heute Nachmittag, um gegen den Militärputsch zu demonstrieren. Österreichische Ägypter versammelten sich vor der Ägyptischen Botschaft in Wien, um gegen die Machtübernahme der Armee zu demonstrieren. Die ägyptische Flagge mit dem Bild Mohamed Morsis dominiert das Straßenbild. Jung und Alt haben sich am Montag vor der ägyptischen Botschaft in Wien versammelt. Einige Hunderte sind zusammengekommen, um ihren Unmut deutlich zu machen. Sie sind gegen den Militärputsch, der vor wenigen Tagen Ägyptens Präsident Mohammed Morsi von der Spitze des Staates verdrängte. Erst Ende Juni demonstrierte in Wien eine ähnlich große Anzahl von Ägyptern für die Absetzung Morsis und gegen seine Politik. Noch vor zwei Jahren standen die beiden Gruppen hier vereint gegen Mubarak. Nun sind sie gespalten.
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Marwa wir gedenken Dir

Sie ist vielleicht gestorben. Wir kämpfen weiter. Für sie und für alle anderen.

Marwa El-Sherbini ist nicht die Einzige, die Diskriminierung erfahren hat. Sie ist nicht die Einzige, die sich dagegen gewehrt hat. Sie wollte die Ungerechtigkeit, die ihr angetan wurde, nicht verschweigen. Sie war standhaft. Sie vertraute der Justiz. Sie vertraute dem Staat. Und sie hätte niemals geahnt, dass sie an dem Ort, an dem sie Gerechtigkeit erfahren soll, ermordet wird. Mitten im Gerichtssaal.

Tod im Gericht
Marwa El- Sherbini war Mutter. Vor ihrem dreijährigen Sohn wurde sie erstochen. „Terroristin! Islamistin!“, rief Alex W. ihr zu, als sie ihn fragte, ob er nicht die Schaukel für ihr Kind freigeben könne. Menschen wie sie hätten in Deutschland nichts verloren. Eltern beobachteten das Geschehen und gaben Marwa ihr Handy, damit sie die Polizei verständigt. Weiterlesen …

30 Jahre islamischer Religionsunterricht in Österreich

Weltweit gibt es Millionen Kinder, denen etwas fehlt. Vielen von ihnen werden die Grundbedürfnisse gestillt, doch mangelt es ihnen an einer grundlegenden Sache. Auch in Europa gibt es nach wie vor Millionen Kinder, denen dieser essentielle Lebensbestandteil abgeht. …Sie haben keinen Zugang zu professioneller religiöser Bildung.

Obwohl der Islam schon seit Jahrhunderten die europäische Kunst, Kultur und Wissenschaft mitgeprägt hat, besteht noch ein großer Nachholbedarf in der rechtlichen und gesellschaftlichen Anerkennung von Muslimen in Westeuropa. Die institutionalisierte Gleichstellung des Islam mit anderen Religionsgemeinschaften ist derzeit flächendeckend nur in Österreich umgesetzt worden: schon vor mehr als hundert Jahren wurde das Islamgesetz in der österreichischen Verfassung verankert. Eine Besonderheit, auf die Österreichs Muslime stolz sind. Weiterlesen …

Die Trennung: Ein Witz

(c) Nermin IsmailBei einem Spaziergang mit meinen liebsten Freundinnen in der Altstadt Salzburgs erblicke ich einen Wagen mit einem großen Aufkleber, worauf ein gebrochenes Herz zu sehen ist. Drunter steht: Trennungsagentur. Ich zeige darauf hin und muss es belächeln. Wir lachen. Ich frage mich: Wie absurd ist denn das jetzt? Ja, ich kenne Singlebörsen und Verkupplungsagenturen. Aber Trennungsbörsen, die sind mir neu. Umso interessanter. Drei ältere Männer in Anzug blicken zu uns. Hab ich zu laut gesprochen? Oder war es mein sonderbares Lachen, das ihre Aufmerksamkeit auf uns zog?
Einer der Mitte 60- Jährigen bleibt kurz vor den zwei anderen Herren stehen und sagt in einer tiefen Stimme: „Schatz!“ Ich bin irritiert. Ich lausche. „Bald ist unsere silberne Hochzeit. Was wünscht du dir?“ Seine Stimme geht plötzlich in die Höhe: „Die Scheidung.“ Und wieder in die Tiefe: „Na. So viel wollte ich auch wieder nicht ausgeben.“ Wir kichern. Alle sechs. Dann atmen wir auf, wenden uns langsam ab und lachen weiter. Unsere Wege trennen sich, doch unser Gelächter war noch zu hören.

Das liebe ich an Menschen. Diese Gelassenheit. Mit anderen Menschen zu spaßen, sie auf der Straße anzusprechen und gemeinsam zu lachen. Wie wunderbar ist das und wie sehr bringt es uns zusammen.
(c) Nermin Ismail

Feminismus für Dummies

Was ist denn das?
www.asmaaiad.com

Für die Rechte der Frau einzustehen zu sagen so geht das nicht, das ist für mich Feminismus. Ob man sich nun als Feministin bezeichnet oder nicht, ist im Grunde genommen zweitrangig. Es geht um wichtigere Sachen wie das Recht auf ein selbstbestimmtes, emanzipiertes Leben und Gleichberechtigung. Dabei spielt es doch keine Rolle wie eine Frau aussieht oder welche Religion sie hat. Manche Feministinnen wollen aber leider anderen Frauen den Verstand absprechen und meinen Sklaven hätten auch nicht gewusst, dass sie versklavt seien. Für mich ist das eine Art Ignoranz. Zu sagen was für mich gut ist, muss auch für andere gut sein. Eine gute Frauenarbeit sollte keinen bestimmten Lebensentwurf aufzwingen, sondern jeder Frau die Freiheit geben zu tun und zu lassen was sie will.

anders[sein]

Ein Kurzfilm gegen Rassismus
Der Salzburger Camil Bahtijarevic präsentierte heute sein Bachelorprojekt. Der junge Regisseur beschreibt seinen Kurzfilm mit folgenden Worten: „[anders]sein is a self-created anti-racism campaign, which is in response to the FPÖ (Freedom Party of Austria) propaganda“

[anders]sein from Camil Bahtijarevic on Vimeo.

Ich freue mich bei dieser Antirassismus- Kampagne mitgewirkt zu haben.

Journalism Reloaded


Mut zur Veränderung – Journalism Reloaded: Fachsymposium über neue Kompetenzen im Journalismus

Wandel und Veränderung beherrschen die Branche. Was Journalisten dafür brauchen und wie Veränderung gelingen kann, damit beschäftigten sich fast 40 Lehrgangsleiter, Chefredakteure, Journalisten und Weiterbildner am 6. Mai in Wien. Das Kuratorium für Journalistenausbildung hatte zum Fachsymposium geladen, das parallel zum European Newspaper Congress im Rathaus stattfand.Mut zur Veränderung – Journalism Reloaded: Fachsymposium über neue Kompetenzen im Journalismus.

Nermin Ismail hat die Berichterstattung für das Kuratorium für Journalistenausbildung gemacht.
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Glaub an Dich!

Ich mache dieses Jahr eine Ausbildung in Salzburg. Deswegen bin ich oft dort. Das letzte Mal bin ich mit dem Zug gefahren. Er hatte ein wenig Verspätung und ich musste danach den Bus erwischen, um nicht zu spät zu kommen. Ist ja meist ein sehr unangenehmes Gefühl. Kennen wir doch alle. Gerade als ich aus dem Bahnhof rauskam, sah ich den Bus, der jeden Moment losfahren könnte. Kurz ganz kurz dachte ich nach: Rennen oder es sein lassen, weil es ohnehin total unrealistisch ist. Weiterlesen …