Journalism Reloaded


Mut zur Veränderung – Journalism Reloaded: Fachsymposium über neue Kompetenzen im Journalismus

Wandel und Veränderung beherrschen die Branche. Was Journalisten dafür brauchen und wie Veränderung gelingen kann, damit beschäftigten sich fast 40 Lehrgangsleiter, Chefredakteure, Journalisten und Weiterbildner am 6. Mai in Wien. Das Kuratorium für Journalistenausbildung hatte zum Fachsymposium geladen, das parallel zum European Newspaper Congress im Rathaus stattfand.Mut zur Veränderung – Journalism Reloaded: Fachsymposium über neue Kompetenzen im Journalismus.

Nermin Ismail hat die Berichterstattung für das Kuratorium für Journalistenausbildung gemacht.
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Glaub an Dich!

Ich mache dieses Jahr eine Ausbildung in Salzburg. Deswegen bin ich oft dort. Das letzte Mal bin ich mit dem Zug gefahren. Er hatte ein wenig Verspätung und ich musste danach den Bus erwischen, um nicht zu spät zu kommen. Ist ja meist ein sehr unangenehmes Gefühl. Kennen wir doch alle. Gerade als ich aus dem Bahnhof rauskam, sah ich den Bus, der jeden Moment losfahren könnte. Kurz ganz kurz dachte ich nach: Rennen oder es sein lassen, weil es ohnehin total unrealistisch ist. Weiterlesen …

Muslimas gegen FEMEN: “Eure Nacktheit befreit uns nicht”


INTERVIEW. Der von den FEMEN-Aktivistinnen ausgerufene „Topless Jihad Day“ in Berlin und Hamburg hat für Aufsehen gesorgt. Musliminnen wehren sich gegen die Generalisierung. Das Kopftuch sei kein Beleg für Unterdrückung, sagt Betül Ulusoy von MuslimaPride.

Sie wollen den Gründerinnen in der Ukraine nacheifern und auch in Deutschland gegen das Patriarchat kämpfen. Vor zwanzig Tagen haben die FEMEN Aktivistinnen in Deutschland für Aufruhr gesorgt. Zum „Topless Jihad Day“ haben sie diesen Tag ausgerufen. Junge Frauen aus Berlin und Hamburg fanden zusammen und zogen vor Moscheen und tunesischen Botschaften, um gegen „Islamismus“ und zur Solidarität für die tunesische Femenmitbegründerin Amina Tyler.
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Rezension: Die Wurzeln der Anti-Abschiebungsproteste

Eine Forschergruppe hat Ursachen und Formen von Protesten gegen Abschiebungen untersucht. Ausschlaggebend sind meist persönliche Bindungen zu den betroffenen AsylwerberInnen.

Immer wieder kommt es dazu, dass AsywerberInnen nach jahrelangem Asylverfahren abgeschoben werden (sollen). Diese Maßnahme ist nicht nur in Österreich, sondern in vielen westlichen Demokratien zum Alltag geworden. Gegen diese Zwangsmaßnahme formieren sich vermehrt lokale Proteste. Die ForscherInnen Sieglinde Rosenberger und Jakob Winkler haben diese Proteste, im Rahmen der Forschungsgruppe INEX Politics of Inclusion and Exclusion, untersucht. Die Forschungsergebnisse wurden im neuen Sammelband „Politik der Inklusion und Exklusion“, herausgegeben von Ilker Atac und Sieglinde Rosenberger, veröffentlicht.

Mit dem Fall Marcus Omofuma, einem Asylwerber, der 1999 auf dem Abschiebeflug am Flugzeugsitz fixiert wurde und zu Tode kam, gab es erstmals breiten Widerstand gegen die Abschiebepraxis. 2007 einige Jahre später war es der Fall von Arigona Zogaj, einem jungen Mädchen aus dem Kosovo, der starke mediale Aufmerksamkeit erhielt. Doch warum wurde diesem Fall so viel Beachtung geschenkt? Wer oder was verlieh diesem Fall diese, vorallem mediale Bedeutung? Und welche Ziele hatten diese Proteste? All das sind Fragen mit denen sich die zwei Politikwissenschaftler auseinandergesetzt haben.

Der Protest und seine Akteure
„Die externe Exklusionsdimension, bei der Menschen von einem Territorium ausgewiesen werden, und die interne Exklusionsdimension, wonach AsylwerberInnen zwar vorübergehend aufenthaltsberechtigt sind, ihnen aber eine Reihe von staatsbürgerschaftlichen Rechten und Möglichkeiten vorenthalten bleibt”, heißt es in dem Buch. Diese Rechte und Möglichkeiten sind beispielsweise die politischen Rechte. AsylwerberInnen dürfen von dem Instrument der Partizipation in einer Demokratie, dem Wahlrecht, kein Gebrauch machen. Auch sind sie von sozialstaatlichen Leistungen und ökonomischen Ressourcen ausgeschlossen. Meist werden bei Protestaktivitäten nicht generell die Fremden- und Abschiebegesetzgebungen kritisiert, sondern konkret die Abschiebung von gut ins lokale Umfeld integrierten Personen oder Familien kritisiert.

Anhand der Protestereignisanalyse werden die Protestgruppen in ihren Formen, Zielen und Argumenten untersucht. Hier werden zwei Arten von Akteuren unterschieden, jene auf lokaler und jene auf supra-lokaler Ebene. Erstere zeichnen sich durch ein persönliches Beziehungsverhältnis oder ein geografisches Naheverhältnis zu den Betroffenen aus. Zweitere beschreibt Gruppen, die über diese lokale Ebene hinausgehen. Das können organisierte Gruppen wie Nichtregierungsorganisationen (NGO´s) sein oder auch Einzelpersonen, die sich für das Bleiberecht bestimmter Menschen stark machen.

Worauf es ankommt
„Ungünstig“ so werden die politischen Rahmenbedingungen für Anti- Abschiebungsproteste in Österreich beschrieben. Das hat zwei Gründe: einerseits ist in Österreich eine schwach ausgeprägte Tradition zivilgesellschaftlichen politischen Engagements zu beobachten und andererseits ist Asyl ein innenpolitisch stark emotionalisiertes Thema. Ein Thema, das gerne zum Polarisieren missbraucht wird. Gekennzeichnet ist die politische Landschaft von Mangel an Bewusstsein für die Situationen von AsylwerberInnen, Ablehnung von MigrantInnen und der Unterstützung einer strengen Migrationspolitik.

In den meisten Fällen sind es persönlichen Kontakte, die dazu fürhen, dass gegen eine Abschiebung und für ein Bleiberecht protestiert wird. Informelle Netzwerke des Alltagslebens, Vereine, Schule, religiöse Einrichtungen, Arbeitsplatz und Wohnort sind hier maßgeblich. Dort findet die soziale Integration statt, die aber erschwert wird, wenn den AsylwerberInnen das Recht auf Arbeit, Bildung, soziales Leben verwehrt bleibt. Entscheidend für die Initiierung von Protesten sind schlussendlich die sozialen Bindungen zwischen ÖsterreicherInnen und AsylwerberInnen und damit einhergehende Emotionen wie Ärger und Entrüstung wenn die Menschen aus dem Land abgeschoben werden sollen.

Von der Schwierigkeit katholisch zu sein

www.katholisch.de

Ich finde es schwierig katholisch zu sein heutzutage, weil die Kirche als Institution aufgerüttelt wurde durch das ans Tage treten schrecklicher Verbrechen, und was es noch viel schlimmer machte, war das Schweigen, das darüber gelegt worden war. Es ist deshalb, aber auch weil die Kirche als Institution, also führende Gläubige, immer wieder und weiterhin nicht zögern Homosexuelle als Sünder zu bezeichnen, weil sie nicht nur Abtreibung ablehnen, sondern auch Verhütung ablehnen und mit gutem Recht damit für Entsetzen sorgen. Gleichzeitig bleibe ich katholisch in meinem Glauben und vertraue auch darauf, dass es durchaus Sinn macht dass diese Religion eine Institution auch als Basis hat.
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Ein Leben für die Umwelt

Sarah Abou El-Magd sieht Umweltschutz als Lebensphilosophie und Lebensweise. Ihre Motivation findet sie in ihrer Religion, denn im Islam wird die Erde als anvertrautes Gut betrachtet. Und der Mensch als der einzige Wesen, der mit Vernunft und Verstand ausgestattet ist. Diese braucht er, um die Umwelt zu bewahren und auf die Erde zu achten. Nicht nur achten, aber auch bewundern und respektieren- soll ein Muslim/eine Muslimin die Natur, die Umwelt. Sarah hat ihr Studium gewechselt und widmet sich in ihrer Freizeit, in ihrem Job und auch ihrem Studium der Umwelt. In vielen Details ihres Lebens achtet sie auf die Umwelt, der Gesundheit und der richtigen Umgangweise mit beiden. Dabei stößt sie aber auch an so manchen Grenzen.

*Dieser Beitrag ist am 02.03.2013 im ORF2 in der Sendung „Religionen der Welt“ erschienen.

Die Journalisten des Jahres: Wolf und Zarinfard

Es ist Faschingsdienstag. Journalisten und Journalistinnen, die schon lange in der Branche sind, kennen diesen Tag. Alle Jahre wieder werden die besten Journalisten des Jahres auf die Bühne gebeten. Dieses Jahr aber nach einem anderen, ganz besonderen Modell.

„Jedes Jahr dasselbe“, hör ich immer wieder bei meinen Gesprächen mit den Kollegen und Kolleginnen. Drei Stunden lang werden Leute auf die Bühne gebeten, sie sagen etwas, es wird applaudiert, die Preise werden verliehen und so vergehen drei Stunden. Irgendwie fad. Vorallem, wenn man zum fünften, sechsten, siebten Mal da ist. Um mit genau diesem Klischee, die Preisverleihung sei eine reine Zeitvergeudung,aufzuräumen, haben sich die Organisatoren dieses Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen.
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Unter uns Österreicher

Live aus der U-Bahn mit Nermin Ismail Was lesen Sie denn da? Lernen Sie für den Staatsbürgerschaftstest? Wie bitte? Sie studieren. Aha.
Aber, aber ich meine, dürfen Sie das überhaupt? Ich meine Sie sind doch nicht frei, unterdrückt oder so oder wie war das nochmal? Das stand ja gestern in der Zeitung. Ach egal. Jetzt muss ich aber gestehen, Sie können gut Deutsch. Wann haben Sie das denn gelernt? Ohne Akzent, das ist ja unglaublich. Fast unheimlich. Wie? Mein Deutsch ist auch gut? Ja das ist klar ich bin ja waschechter Österreicher. Wie bitte? Was sagen Sie? Ah ich verstehe, Sie sind hier geboren. Aber Sie wollen bestimmt wieder zurück nach Hause, in die Türkei. Wie bitte? Österreich ist Ihre was? Ihre Heimat. Aber das geht doch gar nicht, sie schauen ja gar nicht österreichisch aus. Also gehen Sie bitte lieber nach Haus.

Kein Geschäft mit dem Wasser

Ein Kommentar von:
Elisabeth Gerstendorfer und Nermin Ismail

Die geplante EU-Richtlinie zur Privatisierung des Wassers sieht vor, dass Städte und Gemeinden künftig darüber entscheiden, ob sie selbst oder private Unternehmen die Wasserversorgung regeln. Mit dieser Richtlinie maßt sich die EU etwas an, was ihr besser nicht zustände. Weiterlesen …

Er wurde(!) (nicht) integriert

Auswertung eines Interviews

Im Rahmen eines Seminars auf der Universität Wien arbeite ich mit einer Gruppe von KollegInnen an einem Forschungsprojekt. Wir wollen mögliche Zusammenhänge zwischen der Auffassung des Themenkomplexes Migration und der Wohnortgröße ermitteln. Migration als Themenkomplex im Zuge individueller Auffassung durch Personen, die auf Grund ihrer geografischen Verortung nur partiell Kontakt zu einer bestimmten Migrationsgruppe haben. Weiterlesen…

Religion: Wie Muslime Weihnachten feiern

Junge Muslime in Österreich sehen Weihnachten als eine österreichische Tradition, die sie auch zelebrieren wollen. Nur eine religiöse Bedeutung messen sie dem Fest nicht bei.

„Ich liebe Weihnachten“, sagt Salma. Wenn der Geruch von Apfel, Zimt und Weihnachtsgebäck in der Luft liegt und die Straßen liebevoll geschmückt und mit Lichterketten beleuchtet werden, freut sich die 20-Jährige. Salma ist keine Christin, aber in Wien geboren und groß geworden. Und für sie ist die Weihnachtszeit eine schöne Tradition. Der Frage, ob denn auch Muslime Weihnachten feiern, begegnet Salma zu dieser Jahreszeit nicht selten.
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Gastbeitrag: Grießkoch mit Kakao

Eine Geschichte von Menerva Hammad über die „Heimat“ und ihr geliebtes Vienna.

Dunkle Augen wie der Nachthimmel Alexandrias 

Wenn man in einer Stadt schon so lange lebt, dass man in fast jeder Straße eine besondere Erinnerung hat, ist das dann Heimat? Wenn man in einer anderen Stadt vielleicht nur zwei Monate des Jahres verbringt und die Sprache nicht einmal perfekt beherrscht, ist das dann ein verlängerter Urlaub? Wenn all deine schönen Erlebnisse genau dort stattfinden, wo du geistig gar nicht bist, wo du körperlich auch gar nicht sein willst, aber sein musst, haben sie dann überhaupt stattgefunden, diese Erlebnisse? Sind sie dann alle echt, deine Erinnerungen? Es ist das Leben das mit uns geschieht während wir es planen. Weiterlesen …