„Nach den Sternen greifen“

Lehrende und Technikerin Dilek Yücel als Vorbild für muslimische Frauen in der Arbeitswelt*

Dilek Yücel (rechts) und ihre Mentorin Brigitte Ratzer. - © Asma Aiad

Dilek Yücel (rechts) und ihre Mentorin Brigitte Ratzer. © Asma Aiad

Wien. Dilek Yücel hat es als türkischstämmige IT-Spezialistin geschafft, in einer männerdominierten Arbeitswelt erfolgreich Fuß zu fassen. Sie studierte medizinische Informatik an der Technischen Universität Wien und kam über das Projekt „Teach for Austria“ zum Unterrichten in eine Mittelschule. Die Lehrerin ist technikbegeistert und hat im Rahmen des Mentoring-Projekts der Muslimischen Jugend Österreich ihre Passion für die Technik wiederentdeckt. Sie referiert an Hochschulen zum Thema „Transkulturalität und Diversity“ und doziert am privaten Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien. Ihr Motto: „Gemeinsam für eine bessere Zukunft!“

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„Das Kopftuch ist wie ein Piercing“

Unterdrückt, ungebildet, unterwürfig: So stellt man sich eine Frau mit Kopftuch vor – Die Realität sieht anders aus: Viele muslimische Frauen sind gebildet, selbstbestimmt und emanzipiert – und stehen zu ihrem Glauben

Wien – Montag, 18 Uhr, vor der Haupt-Uni. Eine Gruppe StudentInnen unterhält sich angeregt. Durch ihr energisches, selbstbewusstes Auftreten fällt eine von ihnen besonders auf: Asma Aiad, 22-jährige Politikwissenschaftsstudentin. Sie trägt weiße Sneakers, Jeans, eine beige Tunika, eine extravagante Brille – und ein pinkes Kopftuch. Dem Klischee eines unterdrückten „Kopftuchmädchens“ entspricht sie ganz und gar nicht. „Als muslimische Frau mit dunkler Hautfarbe musste ich mich doppelt und dreifach behaupten“, erzählt Aiad. Das habe ihr Selbstvertrauen gestärkt.
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