Unter uns Österreicher

Live aus der U-Bahn mit Nermin Ismail Was lesen Sie denn da? Lernen Sie für den Staatsbürgerschaftstest? Wie bitte? Sie studieren. Aha.
Aber, aber ich meine, dürfen Sie das überhaupt? Ich meine Sie sind doch nicht frei, unterdrückt oder so oder wie war das nochmal? Das stand ja gestern in der Zeitung. Ach egal. Jetzt muss ich aber gestehen, Sie können gut Deutsch. Wann haben Sie das denn gelernt? Ohne Akzent, das ist ja unglaublich. Fast unheimlich. Wie? Mein Deutsch ist auch gut? Ja das ist klar ich bin ja waschechter Österreicher. Wie bitte? Was sagen Sie? Ah ich verstehe, Sie sind hier geboren. Aber Sie wollen bestimmt wieder zurück nach Hause, in die Türkei. Wie bitte? Österreich ist Ihre was? Ihre Heimat. Aber das geht doch gar nicht, sie schauen ja gar nicht österreichisch aus. Also gehen Sie bitte lieber nach Haus.

Gastbeitrag: Grießkoch mit Kakao

Eine Geschichte von Menerva Hammad über die „Heimat“ und ihr geliebtes Vienna.

Dunkle Augen wie der Nachthimmel Alexandrias 

Wenn man in einer Stadt schon so lange lebt, dass man in fast jeder Straße eine besondere Erinnerung hat, ist das dann Heimat? Wenn man in einer anderen Stadt vielleicht nur zwei Monate des Jahres verbringt und die Sprache nicht einmal perfekt beherrscht, ist das dann ein verlängerter Urlaub? Wenn all deine schönen Erlebnisse genau dort stattfinden, wo du geistig gar nicht bist, wo du körperlich auch gar nicht sein willst, aber sein musst, haben sie dann überhaupt stattgefunden, diese Erlebnisse? Sind sie dann alle echt, deine Erinnerungen? Es ist das Leben das mit uns geschieht während wir es planen. Weiterlesen …